Das Thema doppelte Haushaltsführung ist durchaus kompliziert, weswegen es häufig zu Streits mit dem Finanzamt kommt. So ist es einem Arbeitnehmer unter besonderen Umständen nämlich möglich eine doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten abzusetzen wenn diese beruflich veranlasst ist.

Darüber hinaus kann der Arbeitgeber entsprechende Mehraufwendungen wie Fahrtkosten, Verpflegung oder Unterkunftskosten steuerfrei erstatten. Hierzu muss gegeben sein, dass der Arbeitsort des Arbeitnehmers außerhalb seines Wohnorts liegt und der Unterhalt einer zweiten Unterkunft deswegen vonnöten ist. Häufig kommt es zur doppelten Haushaltsführung wenn es zu einer Versetzung des Arbeitnehmers kommt, es gibt aber auch eine Reihe anderer Gründe die das Finanzamt anerkennt. Im Fall einer Heirat von zwei berufstätigen Ehegatten kann somit einer der Ehegatten seine Wohnung am Arbeitsort beibehalten und gleichzeitig in der Wohnung des Ehepartners wohnhaft sein.

Als Zweitwohnung wird übrigens jede Form von Unterkunft anerkannt wie z. B Eigentumswohnung, Hotelzimmer und Gemeinschaftsunterkunft aber auch Bordkabine oder Kasernenunterkunft.
Unerheblich für die Anerkennung der doppelten Haushaltsführung ist der Familienstand des Arbeitnehmers oder ob Kinder des Arbeitnehmers im Haushalt leben. Wichtig ist dagegen, dass die Unterkunft am Wohnort als ein eigener Hausstand bezeichnet werden kann.

Dafür ist erforderlich, dass die Wohnung nach den Lebensbedürfnissen des Arbeitnehmers eingerichtet ist und dass er sie aus eigenem Recht nutzt (als Eigentümer, Mieter oder sonstiger Nutzungsberechtigter). Zudem muss er die Haushaltsführung wesentlich mitbestimmen und seinen Lebensmittelpunkt in der Wohnung haben, was bedeutet, dass er sie nicht lediglich als Urlaubsdomizil nutzen kann. Dazu muss er sie durchschnittlich zweimal im Monat aufsuchen. Es ist übrigens auch ohne weiteres möglich, dass der Steuerpflichtige Untermieter der Wohnung ist. Wichtig ist nur, dass sein Verbleib in der Wohnung rechtlich gesichert ist.

Haushaltsführung – Werbungskosten

Es lohnt sich wirklich sich näher mit dem Thema Werbungskosten zu beschäftigen da sich eine Vielzahl von Kosten die im Rahmen des Berufsalltags anfallen von der Steuer absetzen lassen. Diese Kosten werden in der sogenannten Anlage “N“ der Steuererklärung angegeben, den jeder ausfüllen muss der Arbeitslohn, Versorgungsabzüge oder steuerfreie Lohnersatzleistungen erhalten hat. Selbst wer noch keinen Arbeitslohn erzielt sollte die Werbungskosten wie etwa Bewerbungs- oder Fortbildungskosten angeben da sich diese auch in den kommenden Jahren noch anrechnen lassen.

Wer sich bereits im Beruf befindet wird dabei häufig mit der Tatsache konfrontiert, dass manche Ausgaben sich nicht immer so einfach als privat oder beruflich angeben lassen. Wer etwa seinen privaten Telefon- oder Internetanschluss auch beruflich nutzt kann womöglich nicht genau angeben in welcher Höhe Anspruch auf Steuernachlässe besteht.



So kann es durchaus sein, dass das Finanzamt eine Schätzung der absetzbaren Telefonkosten vornimmt, wobei allerdings davon ausgegangen werden muss, dass die Schätzung wenig vorteilhaft ausfallen wird. Richtungswerte bei der Angabe in der Steuererklärung sind 20 Prozent der Kosten für den Festnetzanschluss und mindestens 75 Prozent der Kosten für ein Berufshandy. In diesen Fällen muss dann auch nicht nachgewiesen werden zu welchem Ausmaß die Telefone beruflich genutzt wurden.

Ein weiterer ausführlicher Themenbereich der Werbungskosten sind die Reisekosten, auf welche in diesem Wiki detailliert eingegangen wird. Generell gilt, dass Reisekosten im Rahmen der beruflichen Tätigkeit steuerlich geltend gemacht werden können. Neben den Fahrtkosten gehören hierzu auch Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwendungen sowie Reisenebenkosten.

Hierbei ist es wichtig, dass von der Entfernungspauschale unterschieden wird welche dann anfällt, wenn Fahrtkosten für die Fahrt von der Wohnung zur regelmäßigen Arbeitsstätte anfallen. Der Vorteil für den Arbeitnehmer besteht darin, dass die Fahrt zur regelmäßigen Arbeitsstätte zwar nach der Entfernungspauschale abgerechnet wird, jegliche andere berufliche Fahrten dagegen als Reisekosten abgerechnet werden.

Tipps zur doppelten Haushaltsführung



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